Im Eihoji Rinzai Zen München Dornach üben wir, in die Tiefe unserer Herzen einzutauchen, präsent zu werden für jeden Augenblick und unsere wahre Natur zu ergründen.
Der Atem ist ein Tor, pflegt Dokuho Meindl uns zu sagen, und so lenken wir achtsam das Bewusstsein auf eine natürliche Bauchatmung. Beobachten das natürliche Kommen und Gehen und begeben uns in immer subtilere Wahrnehmungsbereiche.
Wir üben nicht nur in der Stille, sondern lenken die selbe Achtsamkeit in jeden Schritt beim Gehen, jede Tasse Tee, jede Silbe beim Rezitieren und jeden Bissen beim gemeinsamen Mittagessen, sowie bei der Hausarbeit (Samuzen).
Beim Dharma Zen Wochenende im September, einer dreitägigen Übungseinheit, war auch Yasusada Seki Doshi aus Japan angereist, um in Einzelgesprächen und mit seiner Präsenz jeden individuell und uns als Sangha, auf dem Weg zu begleiten.
Besonders geprägt war die Übungsperiode durch die Frage, was Absichtslosigkeit bedeutet. Wenn man in friedfertiger Absicht handle oder in Liebe, ist das in den Augen der meisten Menschen eine „gute“ Handlung. Doch dahinter steckt immer noch ein finales Ziel, ein gewünschtes Resultat und ein „Ich“, das dieses Ergebnis herbeiführen möchte.
Reine Absichtslosigkeit meint dagegen das vollkommene Zurücktreten dieses Wollens. Sie gleicht einer überlaufenden Quelle: Sie fließt nicht, um die Steine zu benetzen, sondern weil es ihre Natur ist, zu fließen.
Yasan lebt uns vor, wie Mitgefühl, Gleichmut und Weisheit zu einem reinen Seinszustand verschmelzen. Aus dieser inneren Praxis und Präsenz heraus entstehen Handlungen völlig ungeplant, ganz natürlich, als unkonditionierte Reaktion auf den gegenwärtigen Moment. Was im Inneren ein absichtsloses Handeln um des Handelns willen ist, wird erst im Auge des Betrachters, in der Dualität, als „friedvoll“ oder „fürsorglich“ interpretiert.
Absichtslosigkeit (Wu Wei im Daoismus oder handeln ohne Karma-Anhaftung), der reine Ausdruck des Seins.
Seiwa