„Der gegenwärtige Augenblick ist die Zeit, unermüdlich zu üben.“

Das Indien, in das der Buddha vor ca. 2500 Jahren geboren wurde, war ein Land, das von unzähligen spirituellen Traditionen und Strömungen geprägt war. Viele dieser Strömungen vertraten eine deterministische oder fatalistische Lehre, die dem Individuum nur geringe oder gar keine Möglichkeiten zur eigenen Verwirklichung ließ. 

Eine der großen Gaben Buddhas war es, die Menschen von solchen deterministischen Sichtweisen zu befreien. Er betonte den persönlichen Einsatz und die Anstrengung als entscheidende Voraussetzungen für die Verwirklichung des Weges.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass nach der Satipaṭṭhāna-Sutta – einem der wichtigsten frühen Texte des Buddhismus – die Unermüdlichkeit (ātāpi) zusammen mit Weisheit, Achtsamkeit sowie Freiheit von Verlangen und Betrübnis zu den zentralen geistigen Eigenschaften zählt, um den Weg des Erwachens zu beschreiten. Mit Unermüdlichkeit ist jedoch keine übermäßige Anspannung, kein ichbezogenes Streben oder Ehrgeiz gemeint, sondern ein anhaltender, ausgewogener Energieeinsatz, der von Freude und Heilsamkeit getragen wird.

Für mich ist Unermüdlichkeit vor allem ein Ausdruck von Hingabe und tiefer Dankbarkeit – dafür, in Frieden und Sicherheit üben zu dürfen, getragen von einer Sangha, die den Weg begleitet. Solche Bedingungen sind kostbar. Und gerade deshalb ist jeder Augenblick eine Einladung, dem Üben mit offenem Herzen zu begegnen.

Tanja

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