Der Achtfache Pfad

Der Achtfache Pfad (S. 89 des Rezitationsheftchens)

Er ist die vierte der 4 edlen Wahrheiten:

  • das Leiden
  • der Ursprung des Leidens
  • die Beendigung des Leidens
  • der Weg zur Beendigung des Leidens

Es geht im Achtfachen Pfad also um die Buddhistische Praxis; er ist das Kernstück der angewandten Lehre des Buddha.

In seiner ersten Predigt nach seiner Erleuchtung beschreibt Buddha den Achtfachen Pfad als Anleitung für eine Praxis, die zur Überwindung von Leiden und zum Erwachen führt. Er ist die Anleitung des Buddha zum Erreichen von Nirvana.

Er wird auch der Mittlere Weg genannt, der alle Extreme meidet. Die Praktiken und Aspekte stehen nicht isoliert voneinander. Sie können also nicht einer nach dem anderen im Sinne eines Pfades „beherzigt“ werden. Vielmehr stehen sie in Abhängigkeit voneinander und wirken zusammen. Alle Aspekte sind gleich wichtig.

Die Aspekte des Weges können in 3 Gruppen unterteilt werden:

  1. Ethische Lebensführung
  2. Geist / Vertiefung
  3. Angewandte Weisheit (Prajna)

Zu 1. Aspekte der ethischen Lebensführung / Tugend:

Diese Aspekte enthalten Regeln für ein tugendhaftes Leben. Nicht- tugendhaftes Verhalten soll man unterlassen, weil es Leiden verursacht.

  • Rechte Rede
    Es geht darum, wahrhaftig, freundlich und hilfreich zu sprechen. Zu vermeiden sind Lügen, üble Nachrede, Beleidigung, harte Worte und sinnloses Geschwätz.


  • Rechtes Handeln
    Es geht darum, ethisch korrekt zu handeln, also insbesondere nicht zu töten, nicht zu stehlen und sinnliche Ausschweifungen zu meiden.


  • Rechter Lebenserwerb
    Es soll ein Beruf ausgeübt werden, der anderen Lebewesen nicht schadet. Er soll in einer Geisteshaltung ausgeübt werden, den erworbenen Reichtum mit anderen zu teilen. Es soll somit auf unrechten Lebenswandel verzichtet werden wie z.B. Waffenhandel, Handel mit Lebewesen, Tierzucht, Handel mit Fleisch, Rauschmitteln oder Gift.

Zu 2. Aspekte der Geisteshaltung / Vertiefung

Ziel der 8 Aspekte des Achtfachen Pfades ist das Samadi – der Geist in der Sammlung. Hier wird der Weg zur entsprechenden Schulung des Geistes beschrieben.

  • Rechte Anstrengung / Entschlossenheit
    Es geht darum, über die Praxis von Achtsamkeit und Meditation einen heilsamen Geisteszustand zu pflegen und von unheilsamen geistigen Zuständen abzulassen. Affekte wie Begierde, Hass, Zorn, Ablehnung sollen gezügelt und kontrolliert werden. Das eigene Denken soll ständig überprüft und unheilsame Gedanken durch heilsame ausgetauscht werden.


  • Rechte Achtsamkeit
    Hierbei geht es darum, im gegenwärtigen Moment präsent und aufmerksam zu sein, ohne zu urteilen. Es geht darum, ohne Bewertung zu beobachten (den Körper, die Gefühle, die Geisteszustände, die Inhalte der Lehre). Dazu gehört, sich aller körperlichen Funktionen bewusst zu sein (Atem, Gehen, Stehen, …) aber auch aller Sinnesempfindungen, aller Affekte und Denkinhalte. Es geht um das Hier-und-Jetzt, die Fokussierung auf die augenblickliche Sache oder Person, mit der man zu tun hat, ohne in die Vergangenheit oder Zukunft abzuschweifen.


  • Rechte Sammlung / rechtes Sich-versenken
    Hier geht es darum, im Wege der Mediation einen tiefen und ruhigen Geisteszustand zu entwickeln. Mit dieser Qualität der Konzentration können wir den Geist von den Gedanken befreien, zur Ruhe kommen und damit die tiefen Einsichten und letztlich die Erleuchtung erlangen.

Zu 3. Aspekte der Weisheit:

Rechte Erkenntnis und rechte Gesinnung sollen uns aus der Unwissenheit (Avidya) zum Erwachen (Bodhi) führen und somit zur vollkommenen Weisheit (Prajna).

  • Rechte Ansicht / Einsicht, rechtes Verstehen
    Hier geht es um das Verständnis der 4 edlen Wahrheiten (das Leid, seine Ursache, seine Beendigung und der Weg zur Beendigung, also der 8-fache Pfad). Damit ist auch das Verständnis vom bedingten Entstehen angesprochen – also den Ursachen des Wiedergeburtskreislaufes (Samsara) und dessen Überwindung (Nirvana).

    Auch das Verständnis des Karma-Prinzips ist hier zuzuordnen, also die Unterscheidung zwischen heilsamen und nicht-heilsamen Absichten und Handlungen.

    Schließlich gehört das Bewusstsein um die drei Daseinsmerkmale hier hin, das sind die Unbeständigkeit, die Leidhaftigkeit und das Nicht-Selbst.


  • Rechte Absicht, rechtes Denken
    Hier geht es um die Ausrichtung unseres Geistes, unseres Denkens, um unsere Motivation: Nicht zu schaden, zu lieben, Mitgefühl zu praktizierten, großzügig zu sein, Hass und Begehren nicht entstehen zu lassen. Es geht auch darum, seine Gedanken ständig zu
    überprüfen, ob sie heilsam sind oder nicht.

Tokusho

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