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Rohatsu – zu Ehren Buddhas Erleuchtung
Rohatsu bedeutet wörtlich “der achte Tag des zwölften Monats“ nach dem alten chinesischen-japanischen Mondkalender und wird am 8. Dezember zelebriert. Rohatsu erinnert an die Erleuchtung des historischen Buddha Shakyamuni. Laut Überlieferung erreichte er am 8. Tag des 12. Monats die Erleuchtung, nachdem er mehrere Tage tief meditierte. In den Zen-Klöstern Japans wird diese siebentägige Meditationszeit,
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„Der gegenwärtige Augenblick ist die Zeit, unermüdlich zu üben.“
Das Indien, in das der Buddha vor ca. 2500 Jahren geboren wurde, war ein Land, das von unzähligen spirituellen Traditionen und Strömungen geprägt war. Viele dieser Strömungen vertraten eine deterministische oder fatalistische Lehre, die dem Individuum nur geringe oder gar keine Möglichkeiten zur eigenen Verwirklichung ließ. Eine der großen Gaben Buddhas war es, die Menschen
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Die erste Hemmschwelle überwinden, die ersten Schritte im Zen
Von Außen wirkt Zen manchmal wie ein Weg der großen Ziele. Da werden vermeintlich Erleuchtung, Freiheit, Stille und Einsicht angestrebt. Dabei macht es uns die vorherrschende Leistungsgesellschaft nicht leichter, indem sie in uns das Bild „schneller höher weiter“ prägt und zur Selbstoptimierung antreibt. Doch Zen beginnt genau dort, wo wir „ich will“ loslassen. Viele Menschen,
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Zen Gedenkzeremonie in Japan
im Sogen-ji Rinzai-Zen Tempel von Yasusada Seki Doshi. Bei meinem Aufenthalt in Japan im Herbst 2025 im Sogen-Ji Zen-Tempel hatte ich die Ehre, bei der Zeremonie zum 13. Verwandlungstag des ehemaligen Zen-Priesters mitzuwirken. Wir empfingen die Angehören mit Matcha Tee und Motchi Gebäck. Bei der anschließenden Zen-Zeremonie im Hondo, der Haupthalle des Zen-Tempels, wurde die
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Der Sinn des Sinnlosen
Jedes Jahr im Herbst das Gleiche – kaum hat man das Laub mühsam im Garten entsorgt, liegen ein paar Tage später Laub auf den Rasen und der Straße. Sinnvoll oder Sinnlos – eine Frage, die ich mich nicht nur beim Laub sammeln stelle, sondern bei vielen alltäglichen wiederkehrenden Aufgaben. Das Sinnlose verfolgt kein Ziel, sondern
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Wo ist Buddha?
Die zentrale Bestrebung der buddhistischen Lehre ist es, alle Wesen – menschliche wie nichtmenschliche – vom Leiden zu befreien. Dieser Weg der Befreiung führt über die Erkenntnis der Leerheit der Skandhas, jener Bestandteile, aus denen das scheinbar feste „Ich“ gewoben ist. Doch was sind diese fünf Skandhas? Diese Frage stand im Mittelpunkt des gestrigen Lehrgesprächs